„Richard III.“: Publikum feiert im Theater im Bauturm drei Shakespeare-Interpretinnen

Nach mörderischen Intrigen endlich am Ziel: Richard III. lässt sich zum König von England krönen: Nicole Kersten, Antonia Kalinowski und Stefanie Winner (v.l.). – Foto: Laura Thomas / TiB
Mörderische Intrigen, politische Listen, hinterhältige Machenschaften – wohl in keinem anderen Stück von Shakespeare geht es so blutig zu wie in „Richard III.“ Es ist die Geschichte von Aufstieg und Fall des Herzogs von Gloucester, ein Kapitel im historischen „Rosenkrieg“ zwischen den Häusern York und Lancaster um den englischen Thron. Im Theater im Bauturm hatte die Inszenierung von Alexander Vaassan jetzt gefeierte Premiere.
Vor dem historischen Machtkampf ist es auch ein Familiendrama. Um die Verwandtschaftbeziehungen zu durchschauen, hängt im Foyer des Theaters ein Stammbaum. Doch neben dem Dutzend Verwandten gibt es noch weitere Kombattanten. Für sie alle gibt es aber nur drei Schauspielerinnen. Abwechselnd übernehmen sie die Titelrolle und teilen blitzschnell weitere elf Figuren unter sich auf.
So fällt es bisweilen schwer, der Geschichte zu folgen, da helfen auch „rollengetreue“ Kostüme und Assecoires wenig (Kostüme: Wynonna Nixel). Immerhin warnt gleich zu Beginn Titelheld Richard von der Bühne herab das Publikum: „Ihr müsst nicht alles verstehen, was hier gleich passiert.“ Beides dürfte im Laufe des Abends bei vielen im Zuschauerraum zutreffen.
Auch ein bisschen Kölsch ist dabei
Und doch: Der Theaterabend ist ein wahres Vergnügen. Und das liegt vor allem am Bühnen-Trio: Nicole Kersten, Antonia Kalinowski und Stefanie Winner reißen mit ihrer Spiellaune das Publikum mit. Da werden Grimassen geschnitten, es wird gebrüllt und geflüstert, geschmeichelt und befohlen. Und dabei eben auch die Rollen blitzschnell gewechselt. Selbst als kleine Kinder sind sie perfekt, brauchen sich dafür nur hinzuknien. Dazwischen wird auch auf Französisch, Englisch und Kölsch parliert.
Und wenn Worte fallen wie „Staatsräson“, lassen sich Parallelen zu aktuellen politischen Ereignissen ziehen. Das gilt auch für die blitzschnellen Wechsel der politischen Positionen. Dafür muss der Name Trump nicht genannt werden.
Nach gut anderthalb Stunden ist der kurzweilige Theaterabend vorbei. Das Premienpublikum dankte allen Beteiligten mit langem Beifall und Bravo-Rufen.
„Richard III.“ – die nächsten Vorstellungen: 22. Februar (19 Uhr), 2. März (19 Uhr), 15. März (18 Uhr), 31. März (20 Uhr), 16. Und 17. Aprikl (jeweils 20 Uhr). Theater im Bauturm, Aachener Str. 24-26, 50674 Köln, www.theater-im-bauturm.de, Karten: Tel. 0221 / 52 42 42, www.off-ticket.de, www.koelnticket.de und bei allen KölnTicket-Vorverkaufsstellen