Das Gedicht zur Kalenderwoche 9

Michael Domas wird bei luurensrhein zum Gastgeber für Poesie
Ihr Lyrischen,
ich bin zwar berühmt, es weiß nur keiner. Deshalb, und um den Bekanntheitsgrad gegenseitig zu mehren, hat mir „luurensrhein“ den Platz für eine montägliche Kolumne eingeräumt. Quatsch, sondern um bei Euch die Freude an Gedichten zu wecken und zu steigern. Sie scheinen zwar aus der Mode gekommen und in der modernen Lyrik oft unverständlich. Trotzdem machen Reime, wenn sie denn pointiert sind, noch immer Vergnügen.
Es gibt auch eine sprachfixierte Scene, die quicklebendig ist, die slampoetry. Am Mittwoch (25.2.) werde ich in meiner kleinen Show „poetry trifft Poesie“ auf die Texte der Trize-Landesmeisterin NRW Heidi Daniels mit klassischen, modernen und eigenen Gedichten und Texten antworten. Es wird lange Zeit, dass slampoetry und Lyrik, dass spoken und written word sich begegnen.
Näheres unter https://michael-domas.de/
Und nun viel Spaß und ein bisschen Wehmut – Euer Michael
„Larven“ – das Gedicht zur Kalenderwoche 9
Das war ein ungeheurer Fastnachtsball,
wir tauschten miteinander unsre Masken,
ich war darth vader, Scheich, Prinz Karneval,
ein Lappenclown und glich sogar nem Basken.
Was ich mir anzog, gab die Haltung vor,
ich hab mir alles angedeihen lassen
und war so etwas wie ein ganzer Chor,
nur das Kostüm der Fee wollt mir nicht passen.
So ging‘s im ungestümen Ringelreihn,
es kannte schließlich niemand jemand wieder.
Ich tanzte rundherum und querfeldein
und sank am Ende froh und leer danieder.
