Rheimerlei, die 31. KW: Dichtung und Wahrheit

Juli 27, 2026 Rheimerlei

Dichtung und Wahrheit

Ich schrieb dir doch schon die Gedichte,
jetzt willst du auch noch mit mir ficken?
Und wenn ich dich gleich ehelichte?
Die Poesie kannst du dann knicken.

Der Dichter hat es lieber kunstvoll,
da ziemt es sich zu sublimieren.
Ist so ein Verseschmied erst brunsttoll,
wird er sich nicht amortisieren.

Stellst du dir vor, dass wir uns jambisch
beknuddelten und uns umfassten?
Dann würde ich schnell dithyrambisch,
wie uncool wäre das denn.

Klar: Ich kann auch den Trochäus
deshalb bin ich dir ein Schmuckstein.
Aber statt dein Skarabäus
will ich lieber doch gedruckt sein.

Daktylen, die wär’n natürlich der Bringer,
nimm es nicht wörtlich, es geht nicht um Finger,
vielmehr darum, wie der Dichter dich wuppte,
wenn in dem Rhythmus sein Priapos fluppte.

Wäre denn andererseits
wer freie Verse schreibt,
zu freierer Liebe auch berufen?
Haben in ihrer Kunst
Musiker nicht ganz,
wovon Sprache träumt:
Harmonie! Körper!! Seele!!!
Ein Saxophon also such dir.