Ein Hoch auf Agrippina

Michael Domas wird bei luurensrhein zum Gastgeber für Poesie
Ihr Kölschen,
die Dichter bewegen vor allem zwei Themen, die Liebe und Gedichte. Dazu wird es auch noch genügend viele geben.
In der 10. Woche will ich, dem genius loci von Luurensrhein entsprechend, einiges über unsere Vater-/Mutterstadt verlauten lassen. Dazu ein Rückblick auf Agrippina, die der Colonia Claudia Ara Agrippinensis um 50 nach Christus zu ihrem Namen verhalf.
Levve und levve losse?
Nit wenn de Kaiser von de Römer bis,
dat Pössche is doch knöppeldick Jedriss.
Dä Claudius! Hät eets sind Messalina
jemöps, un hierod dann dat Agrippina,
sing Neech, et Mamm vom Nero. Kölle?
Dat jov et do no janit, äch die Hölle!
Dröm han de Römer uns doll Stadt jesteft,
uns Claudi woodt vun singer Frau verjeft,
un die vum eijen Sonn frack oömjebraht.
Ejal, de Kolonie wor ad parat.
Dat Agrippina wor en Oos. Do will ich
Nit lüje. Trotzdäm is sei uns rääch un billig,
mer sät nix Schläächtes üvver de Famillich.
Braucht Ihr eine Übersetzung?
Nicht, wenn Du römischer Kaiser bist,
der Job ist doch knüppeldick der Mist.
Der Claudius! Hat erst seine Messalina
Ermordet, und heiratet dann die Agrippina,
seine Nicht, die Mutter von Nero. Köln?
Das gab es da noch gar nicht, echt die Hölle.
Drum haben die Römer unsere tolle Stadt gestiftet,
unser Claudi wurde von seiner Frau vergiftet,
und die vom eigenen Sohn heimtückisch umgebracht.
Egal, die Kolonie war schon fertig. Agrippina war ein Aas. Da will ich
Nicht lügen. Trotzdem ist sie uns recht und billig,
man sagt nichts Schlechtes über die Familie.
So weit –Euer Michael
https://michael-domas.de/
