Museum für Angewandte Kunst feiert O.M. Ungers’ 100. Geburtstag

O.M. Ungers’ Wohnhaus an der Kölner Belvederestraße. – Foto: Dieter Leistner
Oswald Mathias Ungers – meist nur O.M. Ungers genannt – gilt als einer der bedeutendsten deutschen Architekten der Nachkriegszeit, der auch in Köln seine Spuren hinterlassen hat In diesem Jahr hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert. Anlass für das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK), sein Schaffen in sechs Kapiteln zu feiern. Ausgestellt werden Fotos, Baupläne, Modelle, Möbel und andere Gegenstände – zum Teil auch von Kolleginnen und Kollegen entworfen.
Ungers (1926-2007) Markenzeichen waren streng aufeinander abgestimmte Formen, die er aus der Architekturgeschichte und Proportionslehren entwickelt hatte. Die daraus abgeleiteten überwiegend quadratischen Räume konnten – etwa bei seinen Gebäuden im Staatsauftrag – sehr großzügig angelegt sein, bei den Arbeitsräumen wurde es oft sehr eng.
Wohnen in verschachtelter Formenvielfalt
Den Auftakt macht sein Wohnhaus in der Kölner Belvederestraße (1960), sein erstes eigenes, das ihm zugleich die Aufmerksamkeit weit über Deutschland hinaus brachte. Jeden Raum gestaltete er nach dessen Funktion, die nach außen nicht zu erkennen ist. Das Ergebnis eine verschachtelte, gleichwohl streng durchdachte Formenvielfalt. Später ergänzt er das Haus durch einen schwarzen Würfel – seine Bibliothek.
Das Haus Glashütte (1985) entstand in der Nähe seines Geburtsorts, dem Eifelstädtchen Kaisersesch. Hier griff er auf strenge römische Stilmittel zurück. Für Kunst am Bau griff er bei Großaufträgen gerne als integraler Bestandteil auf die Arbeiten von Künstlerkollegen zurück. So bei der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe (1987), der Bayrischen Hypotheken und Wechselbank in Düsseldorf , für die Gerhard Richter und Sol LeWitt Glasscheiben und Spiegel beisteuerten, die den Raum ins Unendliche zu vergrößern scheinen. Nicht zuletzt entwarf o.M. Ungers die Residenz des deutschen Botschafters in der US-Hauptstadt Washington (1993). Und Rosemarie Trockel sorgte für das passende Tafelgeschirr.

O.M. Ungers’ Wohnhaus an der Kölner Belvederestraße. – Foto: Dieter Leistner
„O.M. Ungers – Architektur als Idee“ – bis 27. September 2029. Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK), An der Rechtschule 7, 50667 Köln, Tel. 0221 / 221 – 238 60, www. makk.de. Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr, jeden 1. Donnerstag im Monat 10-22 Uhr. Eintritt 6/3 Euro,. Anreise: KVB-Bahn Linie 3,4, 5, 16,18, Appellhofplatz und Dom Hbf, KVB-Bus Linie 171, Offenbachplatz