„neu aufgestellt“: Kunstraum Matjö zeigt Bilder von Dorothee Joachim

„neu aufgestellt“: Blick in die Ausstellung
Man muss schon genau hinsehen, um den Reiz der Arbeiten von Dorothee Joachim zu erkennen. Dann aber nehmen sie den Betrachter schnell gefangen. Ein kleines entspannendes, gleichzeitig anregendes Seh-Abenteuer, das der Kunstraum Matjö mit der aktuellen Ausstellung „neu aufgestellt“ bietet.
33 Bilder hängen an den drei Wänden, alle rechteckig, unterschiedlich groß, locker in Gruppen geordnet. Gemalt mit Pigmenten und Acryl, mit wenigen Ausnahmen auf MDF – „mitteldichten Holzfaserplatten“, die die Farbe nicht so schnell aufsaugen wie unbehandeltes Holz. Die Farben sind in Schichten aufgetragen, wie sich an den Seitenrändern erkennen lässt. Die Bildtitel geben den Zeitraum in Tagen an, in denen sie entstanden sind.
Beim Trocknen bilden die Farben feine Strukturen
Aus den Trockenzeiten ergeben sich Spannungsmomente, die eine feine Mikrostruktur zur Folge haben, die den monochromen Bildern einen samtenen Schimmer gibt – ein gekonntes Spiel mit physikalischen Prozessen. Das eingesetzte Farbspektrum ist breit gefächert, vermeidet dabei knallige und reine Töne.
Drei Bilder fallen dabei aus dem Rahmen: Hier haben sich die Farben „getrennt“, es zeigen sich unregelmäßige, übereinanderliegende Formen, die dem Bild Tiefe geben und – beabsichtigt? – so zu konkreten Interpretationen einladen. Dann noch ein Sonderfall, bei dem die Künstlerin – 1949 in Hamburg geboren, heute in Köln lebend und arbeitend – ihr Können mit Aquarellfarben zeigt: Senkrechte Farbstreifen in blau, weiß, schwarz und ocker ziehen den Blick in die Tiefe durch eine geöffnete Zimmertür.
Dorothee Joachim: „neu aufgestellt / Malerei-Installation“ – bis 3. September 2026. „Matjö – Raum für Kunst des Bundesverbandes Bildender Künstler*innen Köln e.V.“, Mathiasstr. 13, 50676 Köln. Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag 14-18 Uhr, Eintritt frei. Anfahrt: KVB-Bahnlinien 1,5,7,9 – Heumarkt; KVB-Buslinien 133, 132 – Heumarkt, 178 – Mühlenbach