Ausgelöscht“: emons-Verlag schickt mit Toni Kölsch eine neue Heldin in die Kölner Krimi-Szene

Kölns Krimi-Landschaft hat eine neue Akteurin: Das Autoren-Duo René Förder und Stephan Pächer schickt beim emons-Verlag mit Toni Kölsch – genderkorrekt als „Bullin von Köln“ vorgestellt – eine Kommissarin ins Rennen, die gleich in ihrem ersten Fall „Ausgelöscht“ überzeugen kann.
Es ist ein komplizierter und makabrer Fall, den sie lösen muss. Geschickt eingebettet in das reale Bauprojekt der Nord-Süd-Fahrt, das aktuell durch steigende Kosten und Bauverzögerungen für Schlagzeilen in Köln sorgt. Doch hier geht es um den Einsturz des Stadtarchivs vor 16 Jahren. Persönlichkeiten, die später vom Gericht als nicht verantwortlich dafür freigesprochen wurden, werden ermordet. Und der Mörder hat ihnen fachmännisch das Gehirn entfernt.
Der Wert von Erinnerungen
Nun gilt es, einerseits den Serienmörder zu finden, andererseits andere Freigesprochene zu schützen. Es entwickelt sich eine spannende Geschichte mit einem überraschenden Ende und einem philosophisch angehauchten Täter. Fortsetzung nicht ausgeschlossen.
Gewürzt ist das ganze mit Betrachtungen über das kölsche Lebensgefühl von Klüngel bis Toleranz, die aber nie aufdringlich werden. Und natürlich hat Kommissarin Toni Kölsch, Tochter eines Brauhaus-Betreibers in der Altstadt, auch ein spannungsreiches persönliches Umfeld, das ihr Handeln bestimmt, ohne zum Hauptthema zu werden.
René Förder, Stephan Pächer: „Toni Kölsch – Ausgelöscht“ – emons Verlag, Köln 2026, Paperback, 303 Seiten. 15 Euro