„GRUND/RISS“ – Hanne Lange und Juliane Schmidt bringen die Wohnungsnot auf Kölns Litfaßsäulen

Mai 9, 2026 Kunst/Ausstellungen

Hanne Lange und Juliane Schmidt: Litfaßsäulen-Aktion „GRUND/RISS“ – hier auf dem Erzberger Platz. – Foto: JS

„GRUND/RISS“ – Hanne Lange und Juliane Schmidt bringen die Wohnungsnot auf Kölns Litfaßsäulen

Der Wohnungsmarkt in Köln ist extrem angespannt. Das gilt besonders für bezahlbaren Wohnraum. OB Torsten Burmester versprach auf der kürzlichen 1. Mai-Kundgebung jährlich 6.000 neue Wohnungen zu bauen. Experten gehen sogar von einem Bedarf von 7.500 aus. Politisch ein Sprengstoff-Thema – die Dresdner Künstlerinnen Hanne Lange und Juliane Schmidt greifen es mit ihrer Arbeit „GRUND/RISS“ in der aktuellen Folge der „Kunst an Kölner Litfaßsäulen“ auf.

Ausgangspunkt für das Duo waren 19 reale Wohnungsangebote für Köln im Internet: Jeweils 3 Zimmer, Kaltmiete maximal 1.000 Euro. Daraus entwickelten sie mögliche Grundrisse, die sie übereinanderlegten. Das Ergebnis ist ein verwirrendes geometrisches Liniengeflecht, in dem sich einzelne Wohnungen mit Balkonen, Fenstern, Küchen und Badanlagen erahnen lassen.

Diese Unklarheit verstehen Lange und Schmidt als „visuelles Echo auf die Instabilität gegenwärtiger Wohnverhältnisse“. Als Spiegelbild sozialer Ungleichheit, eine Momentaufnahme vom Kampfes um eine knappe Ressource – und das mitten im „Schlachtfeld“.

„GRUND/RISS“ ist noch bis Mitte Juni zu sehen. Die Standorte der 27 Kunst-Litfaßsäulen finden sich unter www.stadt-koeln.de/kunstsäulen