„Die Gute Form, es gibt sie nicht“: Arne Schmitt hinterfragt in der artothek modernes Design und Architektur

Lädt der artothek-Ausstellungsraum zum gemütlichen Lesen ein? Arne Schmitt stellt hier auch sein neuestes Buch „Things“ vor. – Foto: JS
Eigentlich eine Binsenweisheit: Die Gestaltung unserer Wohnung bestimmt unser Lebensgefühl ebenso wie unsere (städtische) Umgebung. Aber wie? Dieser Frage geht Arne Schmitt mit seiner Ausstellung „Die Gute Form, es gibt sie nicht“ in der artothek nach.
„Die gute Form“ war im frühen 20. Jahrhundert ein zentrales Design-Thema. Mit ihr als ästhetisches Erziehungsmittel sollte ein besserer Mensch geformt werden – mit Möbeln in der privaten Wohnung, durch Architektur im öffentlichen Raum der Stadt. Die Suche nach Vereinfachung und Funktionalität, auch eine gewisse Profillosigkeit verbindet die Ergebnisse. Dazu einerseits die Verbindung unterschiedlicher Bedürfnisse wie Arbeiten und Schlafen in einem Raum, andererseits die Trennung von Arbeits-, Wohn- und Freizeitort.
25 Fragen an den Ausstellungsbesucher
Schmitt fotografierte entsprechende Motive in Zürich, wo er heute lebt, und Köln, wo er lange gelebt hat. Es sind nicht gerade positiv mitreißende Schwarzweiß-Aufnahmen, die er für diese Präsentation ausgesucht hat. Oft zeigen sie den Wunsch nach Geborgenheit und kalte Nüchternheit, kühle Werbeästhetik und langweiliger Alltag im Widerstreit. Vielleicht der passende provokante Auslöser, um auf die 25 Fragen zu antworten, die er dem Betrachter stellt.
Gleichen unsere Beziehungen zu Städten denen zu Menschen?, will er etwa wissen. Welche Städte haben bei einem Besuch starke Gefühle ausgelöst? Welche Rückschlüsse zieht man auf die Bewohner eines besonders schönen oder hässlichen Hauses? Oder: Was prägt mehr: Die bebauten oder unbebauten Flächen einer Stadt? Warum hat man sich in einer Stadt unwohl gefühlt? Wer profitiert von den Qualitäten einer Stadt? Schwärmen Sie für eine Stadt, die Sie noch nie besucht haben?
Gibt es also die Gute Form? Vielleicht achtet der Betrachter nach seinem Besuch etwas bewusster auf seine Umwelt. Was ja kein schlechtes Ergebnis wäre.
Arne Schmitt: „Die Gute Form, es gibt sie nicht“ – bis 20. Juni 2026artothek im Haus Saaleck, Am Hof 50, 50667 Köln, Tel. 0221 / 221 223 32, www.museenkoeln.de/artothek. Öffnungszeiten: Di-Fr 13-19 Uhr, Sa 13-16 Uhr. Eintritt frei. Anfahrt: KVB-Bahnlinien 5, 16, 18 (Dom/Hbf)