7.000 Menschen bei 1. Mai-Demo in Köln

Mai 2, 2026 Köln

Die 1. Mai-Demo kurz nach dem Start vom Hans-Böckler-Platz: 4. Von rechts OB Torsten Burmester, links von ihm Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach, daneben Judith Gövert (Geschäftsführerin DGB Köln-Bonn) und Witich Roßmann. – Fotos: js

Jährlich 6.000 neue Wohnung jährlich in Köln – das versprach OB Torsten Burmester, als er die DGB-Kundgebung zum 1. Mai auf dem Heumarkt eröffnete. Für Kalk und Mülheim soll es eine Erhaltungssatzung geben, die Luxussanierungen verhindert und so bezahlbaren Wohnraum sichert. Auch will er die Wohnungsvermietung an Touristen durch Airbnb erschweren.

Vor der Kundgebung waren rund 7.000 Menschen – so die Polizei – dem Aufruf der Gewerkschaften vom DGB-Haus am Hans-Böckler-Platz durch die Stadt zum Heumarkt gefolgt. Darunter die Einzelgewerkschaften, Parteien wie SPD, Grüne und Linke, aber auch türkische oder iranische Organisationen. Das deutschlandweite Motto: „Jetzt erst recht: Mensch vor Marge“. In erster Reihe neben OB Burmester auch Ex-Gesundhgeitsminister Karl Lauterbach und die grüne Bürgermeisterin Britta von Bühlow.

„Wer bestellt, muss zahlen.“

Witich Roßmann, Vorsitzender des DGB Köln, forderte in seiner Rede unter anderem, das von der Stadt versprochene Azubi-Heim endlich umzusetzen. Scharfe Kritik übten er und die Vertreter der Einzelgewerkschaften an den Sparplänen der Bundesregierung im Sozialbereich oder im Gesundheitswesen. Einig war man sich auch in der Forderung nach mehr Geld von Bund und Land für die Kommunen, denen immer mehr Aufgaben übertragen würden: Von Pfiffen unterstützt wurde die Kritik an Politikern, die den Arbeiternehmern Faulheit vorgeworfen hatten und längere Arbeitszeiten forderten.


Auftakt der DGB-Kundgebung auf dem Heumarkt: OB Torsten Burmester im Gespräch mit Moderatorin Irene Schwarz.

So nachvollziehbar die Wünsche der Gewerkschaften inhaltlich waren, so befremdete doch, dass sie in den Reden – auch von Moderatorin Irene Schwarz (NN-Theater) – mit Träumen gleichgesetzt wurden. Eine Seifenblasenmaschine im Fast-Dauerbetrieb vor der Bühne sollte dieses Bild unterstützen. Und das tat sie in bester Umsetzung des Volksmunds. Denn dieser weiß: Träume können platzen wie Seifenblasen!

Auf die traditionelle Wutrede von Winfried Schmickler musste diesmal allerdings verzichtet werden. Der Kabarettist hatte wegen eines Todesfalls in der Familie kurzfristig abgesagt. Stattdessen stand Fatih Cevikollu auf der Bühne. Dessen Abrechung mit KI geriet allerdings etwas zäh. Schmissig hingegen die Musik von Phine Knipp & Band. (js)